Warum bemerkt niemand den Wahnsinn in mir?

Die letzten Tage waren die Hölle. Mein Körper hat gestreikt und sein Recht auf Nahrung eingefordert. Nachdem ich letzte Woche zwei Tage gefastet hatte, fing auch diese Woche recht gut an.

Am Montag kam ich auf weniger als 1000kcal und habe mich einmal übergeben. Den Dienstag hab ich komplett ohne Nahrung verbracht (was auch kein Problem war) und hab mich lediglich ein wenig erschöpft gefühlt. Mittwoch hingegen war furchtbar: Eigentlich wollte ich durchfasten, aber da ich den ganzen Morgen nur schwer ohne zu schwanken auf den Beinen halten konnte und mein Gehirn nur noch ein Brei zu sein schien hab ich gegessen... immer mehr... gefressen... den ganzen Tag lang... obwohl ich keinen Hunger hatte... obwohl mein Bauch wehtat... Ich habe viermal gekotzt... und hätte es gerne noch öfter getan.... Am Abend hatte ich so starke Magenschmerzen, dass ich die ganze Zeit Angst hatte jeden Moment Blut zu kotzen...

Am nächsten Tag war ich so fertig, dass gar nichts mehr ging. In meinem Kopf hat sich alles gedreht, mein Hals tat weh und ich hätte am liebsten den ganzen Tag durchgeschlafen. Aber das Fressen ging trotzdem weiter. Hab mich schrecklich gefühlt. Aber nicht gekotzt... Im nachhinein hätte ich es lieber tun sollen. Hab insgesamt nicht wirklich ungewöhnlich viel gegessen - für normale Menschen nicht. Ich dachte trotzdem ich platze gleich. Mein Bauch sah aus, als ob ich schwanger wär. Hab in zwei Tagen 1,8kg zugenommen... Und mich heute so dermaßen fett gefühlt, dass ich am liebsten Zuhause geblieben wär... Hoffentlich ist es morgen wieder weg... Noch ca. 5kg und ich bin wenigstens nicht mehr abartig fett.  Noch 5kg und mein BMI liegt unter 20...

Vom Kotzen kriegt man übrigens unheimlich Hunger auf Salz. Ich würde am liebsten reines Salz essen... Hab mal irgendwann war darüber gelesen, in einem Buch über Bulimie und Magersucht. Und konnte mir nie vorstellen das man wirklich Appetit auf reines Salz haben kann...

 

17.8.07 19:54, kommentieren

Warum bemerkt niemand den Wahnsinn in mir?

Die letzten Tage waren die Hölle. Mein Körper hat gestreikt und sein Recht auf Nahrung eingefordert. Nachdem ich letzte Woche zwei Tage gefastet hatte, fing auch diese Woche recht gut an.

Am Montag kam ich auf weniger als 1000kcal und habe mich einmal übergeben. Den Dienstag hab ich komplett ohne Nahrung verbracht (was auch kein Problem war) und hab mich lediglich ein wenig erschöpft gefühlt. Mittwoch hingegen war furchtbar: Eigentlich wollte ich durchfasten, aber da ich den ganzen Morgen nur schwer ohne zu schwanken auf den Beinen halten konnte und mein Gehirn nur noch ein Brei zu sein schien hab ich gegessen... immer mehr... gefressen... den ganzen Tag lang... obwohl ich keinen Hunger hatte... obwohl mein Bauch wehtat... Ich habe viermal gekotzt... und hätte es gerne noch öfter getan.... Am Abend hatte ich so starke Magenschmerzen, dass ich die ganze Zeit Angst hatte jeden Moment Blut zu kotzen...

Am nächsten Tag war ich so fertig, dass gar nichts mehr ging. In meinem Kopf hat sich alles gedreht, mein Hals tat weh und ich hätte am liebsten den ganzen Tag durchgeschlafen. Aber das Fressen ging trotzdem weiter. Hab mich schrecklich gefühlt. Aber nicht gekotzt... Im nachhinein hätte ich es lieber tun sollen. Hab insgesamt nicht wirklich ungewöhnlich viel gegessen - für normale Menschen nicht. Ich dachte trotzdem ich platze gleich. Mein Bauch sah aus, als ob ich schwanger wär. Hab in zwei Tagen 1,8kg zugenommen... Und mich heute so dermaßen fett gefühlt, dass ich am liebsten Zuhause geblieben wär... Hoffentlich ist es morgen wieder weg... Noch ca. 5kg und ich bin wenigstens nicht mehr abartig fett.  Noch 5kg und mein BMI liegt unter 20...

Vom Kotzen kriegt man übrigens unheimlich Hunger auf Salz. Ich würde am liebsten reines Salz essen... Hab mal irgendwann war darüber gelesen, in einem Buch über Bulimie und Magersucht. Und konnte mir nie vorstellen das man wirklich Appetit auf reines Salz haben kann...

 

17.8.07 19:50, kommentieren

Irgendwie leer...

Keine Ahnung was mit mir gerade los ist. Die letzten drei Nächte hab ich durchgemacht und erst dann geschlafen, als es draußen wieder hell wurde, weil ich so Panik vor der Dunkelheit hatte. Und ich fühle mich kraftlos und leer und einsam, aber ich kann mich nicht aufraffen was zu unternehmen, weil mir alles so sinnfrei erscheint. Ich fühle mich hässlich, dumm und überflüssig. Und hab so ein inneres Verlangen nach Extremen in mir. Ich will schreien, tanzen, rennen, mich schlagen, ritzen, betäuben, auspowern und weinen. Aber nichts geht. Alles ist taub und leer.

20.7.07 23:08, kommentieren

Todessehnsucht...

Ich sehne mich nach dem Tod.

Doch ich weiß nicht warum. Nicht direkt.

Es ist anders als früher. Ich habe nicht das Gefühl, dass mich mein Leiden so fest im Griff hat. Ich weine nicht beim Gedanken daran, dass ich so vieles dann nicht mehr erleben würde. Ich habe nicht diese Angst - diese Panik - die großer zu sein scheint als meine sterbliche Hülle und mich zu zerreißen droht.

Es ist seltsam.

Aber vor allem habe ich nicht das Gefühl etwas unrechtes zu wünschen. Irgendwie glaubte ich lange Zeit daran, dass man mir nach meinem Suizid Schwäche unterstellen würde, Egoismus vielleicht und Feigheit.

Obwohl ich eigentlich immer schon der Meinung war, dass ein Suizid niemals aus so niederen Beweggründen verübt wird. Wahrscheinlich ist es einfach für die Überlebenden den Fehler beim Suizidanten und nicht bei sich selbst zu suchen.

Wer sagt denn, dass ein Freitod Sünde ist? Oder feige? Vielleicht ist es einfach das Resultat gründlicher Abwägung von Vor- und Nachteilen. Oder die Einsicht, dass dieses Leben - auch wenn es so vielleicht einzigartig ist - nicht mehr lebenswert ist.

Ich will nicht falsch verstanden werden. Dies soll keine Suizidankündigung oder Motivation darstellen. Sondern einfach mal eine gedankliche Diskussion über ein Tabuthema, dass von aller Welt verteufelt wird, obwohl eigentlich niemand etwas darüber sagen kann. Schließlich kann keiner sagen, was nach dem Tod geschieht.

Aber was mich seit langem aufregt ist die Aussage Suizid sei feige. Wie kann man soetwas furchtbares überhaupt nur denken? Wieso sollte es feige sein sich nicht mit seinem Leben zufrieden zu geben und etwas zu ändern? Wie kann es feige sein in den unbekannte Tod überzugehen anstatt ein Leben zu führen, so wie jeder andere auch und das zu erleben, worüber schon Millionen von Menschen berichtet haben?

Natürlich, man setz sich nicht mit seinen irdischen Problemen auseinander. Versucht nicht sie zu lösen. Oder etwa doch?

Und wer hat überhaupt das Recht jemandem zu unterstellen er sei schwach? Wer hat das Recht mir soetwas zu unterstellen? Wer hat genau das durchgemacht, was ich seit Jahren durchmache. Niemand! Niemand kann wissen wie ich mich fühle, auch wenn das eine oder andere gleich war.

Das menschliche Leben ist zu komplex als das man es so einfach erklären könnte. Wer sagt denn, dass es nur eine Form von Happy End gibt?

Natürlich kann man mir helfen. Aber die Frage ist, ob ich das will. Und, ob Hilfe überhaupt etwas ist, was wir brauchen.

Alles hat gute und schlechte Seiten, darum ist das Leben ja auch so ein großes Paradoxon. Nichts ist nur gut oder schlecht. Alles was existiert ist zunächst einmal einfach da, und eine Meinung dazu bilden kann sich eigentlich niemand. Weil ein Zusammenhang zum Rest besteht.

Aber der Mensch macht es sich einfach: alles ist gut oder schlecht. Das eine Welt ohne Krankheiten vermutlich schlimmer ist als die eine oder andere Epidemie, darüber spricht man nicht. Das der Tod vielleicht nicht das schlimmste Schicksal ist, daran denkt niemand. Er ist lediglich das Unbekannteste. Aber der Mensch fürchtet seit jeher das Unbekannte.

Daher bleiben wir alle viel lieber in unserem winzigkleinen Mikrokosmos, in dem wir auf die Politiker schimpfen, das Fernsehen für unsere Probleme verantwortlich machen, Klimakatastrophen heraufbeschwören und den Tod mehr als alles andere fürchten...

 

10.7.07 03:43, kommentieren

Lebensmüde?

Kleine Tagesbilanz:

2 Coffeinum

3 Dulcolax

1x Erbrechen

10 Schnitte

1000 Tränen

 

Es könnte doch langsam mal alles aufhören. Seit 3 Jahren geht es mir schlecht. Und wirklich besser wird nichts. Weil ich die Kontrolle nicht abgeben kann. Weil ich zwar weiß, dass ein stationärer Aufenthalt vermutlich das beste wäre, mich aber nie dazu entscheiden könnte, weil ich keine Schwäche zeigen kann...

 

 

8.7.07 21:26, kommentieren

Eine unendliche Geschichte...

Nachdem ich mir eben noch einmal meinen letzten Eintrag durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich das, worüber ich eigentlich schreiben wollte nicht wirklich erwähnt habe. Es geht auch einfach nicht. Meine Innenleben ist wie ein Spinnennetz - nur unstrukturierter. Es ist weit verzweigt, aber jede Linie ist immer wieder in die anderen gewebt. Alles hängt zusammen, doch die Zwischenräume sind groß, die Zusammengehörigkeit nicht immer erkennbar. Und vor allem: Es ist zerbrechlich. Unendlich zerbrechlich. Man muss nur wissen, wo man es zu berühren hat und schon bricht es vollkommen zusammen. Ob es dann jemals wieder hergestellt werden kann lässt sich nicht sagen...

Aber ich habe Angst, geradezu Panik, denn meine Situation scheint mal wieder zu eskalieren, auch wenn dieser Extrempunkt noch lange nicht erreicht ist. Ich kenne mich, meinen Körper, meine Gefühle. Ich weiß, dass ich nicht mehr allzu lange durchhalte. Eigentlich ist es wie mit dem SVV: Die Fassade, die Kraft, alles geht nach und nach zugrunde. Mein Körper hat die letzten Tage gestreikt. Ich fühle mich elendig, furchtbar, unendlich schwach.

Es gibt Gründe dafür, Gründe die fast niemand kennt, oder nur zum Teil. Mein Körper ist schwach, weil ich an Hypothyreose leide, weil ich vielleicht keinen massiven, aber stetigen Nahrungsmangel und daraus resultierend Nahrstoffmangel habe, weil ich meinen Körper zu Leistungen bringe und zwinge, die er eigentlich nicht bewältigen kann, weil ich keinen Schlaf finde und mich mittels Koffeintabletten aufputsche, weil ich jeden Tag meine Geheimnisse wahren muss und die Starke spielen, die Hilfsbereite, die Musterschülerin, weil ich äußerlich lächle und innerlich zerbreche.

Mein Frühstück besteht momentan aus mindestens drei Tabletten: der Pille, meiner täglichen Tyroxin-Dosis, einer Coffeinum und einem Glas Wasser. Das sind meine persönlichen HappyPills. Meine einzige Möglichkeit den Tag halbwegs unbeschadet zu überstehen.

 

Und mal wieder komme ich nicht zum eigentlichen Thema. Das Spinnennetz ist zu verzweigt, zu unübersichtlich. Aber den Weg zu verlieren ist nicht das Problem....

14.6.07 21:05, kommentieren

Der Kopf bestimmt den Körper??

Ich weiß mal wieder gar nicht, was ich eigentlich schreiben soll. Aber irgendwie ist da das Bedürfnis meine Gedanken aufzuschreiben. Und sei es nur, weil ich mich so verwirrt fühle. Und die Gedanken ordnen muss. Allerdings habe ich auch Angst, nicht direkt, aber ich spüre sie tief in mir, zwischen all der Verwirrung, dem Schmerz.

Wo soll ich nur anfangen... Am besten mit meinem Körper, der nicht wirklich zu mir gehört:

Ich bin normal groß und habe zur Zeit einen BMI von 22 - was für mich ein Beweis des persönlichen Versagen ist, aber dazu vllt. ein anderes Mal. Ich hab als Normalgewicht, fühle mich aber dennoch viel zu fett. Und das war auch so, als ich einen BMI von 19 hatte und ca. 9kg weniger wog. Mein Gewicht ist also eigentlich kein Problem, aber meine Einstellung dazu ist eins. Ein gewaltiges Problem. Ein Problem, das so groß ist, das ich daran zu zerbrechen drohe. Nicht akut - noch nicht. Aber es wird kommen, das weiß ich. Ich brauche meine Gewichtskontrolle um ein seelisches Gleichgewicht zu bewaren. Zunächst einmal: Ich bin mir darüber im Klaren, das alles was ich über Ernährung, Gewicht, Diäten und Gesundheit im krassen Gegenteil zu dem steht, was ich tue. Seit ich 11 Jahre alt bin mache ich Diäten. Zunächst sporadisch, dann regelmäßig, irgendwann immer extremer und mittlerweile bin ich quasi auf Dauerdiät. Mein individuelles normales Gewicht, also das was für meinen Körper gut war, und welches ich hatte als ich nur hin und wieder harmlose Diäten gemacht habe liegt bei einem BMI von 20-21.

Mir gefiel dieses Gewicht nicht. Aber meinen Diäten waren nicht ungesund. Ein-zwei Wochen lang aß ich weniger Süßigkeiten, bewegte mich ein bisschen mehr. Alles kein Problem.

Als ich durch einen Urlaub zunahm, nur ein bisschen, startete ich wieder eine Diät - etwas radikaler: ich hungerte. Und das gefiel mir. Ich erreichte mein Ursprungsgewicht nach einiger Zeit und brach die Diät wieder ab. So weit, so gut.

Extrem wurde es erst vor ca. einem Jahr. Als ich anfing meinen Körper zu hassen. Ihn als schwach, fett und irgendwie falsch wahrzunehmen. Als ich hin und wieder fastete, wöchentlich zwischen Diät und normalem Essverhalten hin und her schwankte und irgendwann zum ersten mal kotzen ging. Aber ich hatte alles Griff, es fühlte sich richtig an.

Erst als ich für ein halbes Jahr ins Ausland ging eskalierte die Situation. Ich hatte keine Waage dort, musste essen was auf den Tisch kam und fühlte mich unendlich alleine. Ich nahm zu - 13 kg; BMI 24,5. Als ich zurück kam und das erstemal wieder auf die Waage stieg brach eine Welt für mich zusammen. Ich hatte mich mit 13kg weniger viel zu fett gefunden und jetzt war alles nur noch schlimmer. Ich brauchte einige Zeit um mein Essverhalten wieder in den Griff zu kriegen. Und habe seither 5kg abgenommen.

Ich bin wieder auf Dauerdiät. Zwischen 1200kcal und 1600kcal sind normal für mich. Alles darüber ist schrecklich. Und anormal, ekelerregend, zum kotzen quasi. Und das ist mittlerweile auch meine normale Reaktion. Obwohl es widerlich ist. Obwohl mein Mund danach wehtut und mein Hals brennt und ich wahnsinnige Angst um meine Zähne habe. Aber es beruhigt mich. Es ist fast schon ein Akt der Entspannung...

1 Kommentar 13.6.07 21:42, kommentieren