Der Tag, der dem Lehrer die Motivation stahl...

Da ich noch Schülerin bin und vorerst auch bleiben werde, muss ich jeden Tag mit ansehen wie sinnlos die Beschulung bei manchen zu sein scheint. Damit meine ich nicht die, die Schwierigkeiten haben, obwohl sie sich anstrengen, sondern jene Gattung von Menschen, die nicht einmal erkennen wie privilegiert sie eigentlich sind. Natürlich stehe auch ich nicht jeden Tag erfürchtig vor dem Schulgebäude und freue mich darüber in einem Land zu leben, in dem es mir möglich ist eine kostenlose Schulbildung zu erhalten, aber ich weiß es dennoch zu schätzen. Und frage mich immer wieder, ob es nicht dennoch eine bessere Möglichkeit gibt, als die allgemeine Schulpflicht, um den Staat nicht mit Kosten zu belasten, die passive Schulverweigerer auslösen.

Wie kann ein Mensch keinerlei Interesse an Bildung haben?
Wie kann man sich nicht darüber freuen die Welt ein Stückchen besser zu verstehen und somit auch sich selbst, in diesem eigentlich doch unbegreiflichen, unglaublichen Universum, dass wohl nicht vollständig erklärt werden kann?

Und warum bekommt noch heute, nach PISA und in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit, jemand eine allgemeine Hochschulreife, der weder soziale noch intellektuelle Fähigkeiten besitzt? Wie kann es sein, dass die Intelligenten immer mehr an den Rand der Gesellschaft katapultiert werden, weil alle Welt sich um die kümmert, die keine ausreichenden Schulleistung nachweisen können? Wie kann die Regierung ein Schulsystem befürworten, in dem alle gleichgestellt sind, ohne die Individualität des Einzelnen zu berücksichtigen?

Vielleicht bin ich vorbelastet. Vielleicht bin ich durch meine Begabung benachteiligt. Weil ich nicht so denke, wie der Rest, und weil es mir wichtig ist, dass ein Abitur Wert hat und nicht mit fehlenden Hausaufgaben, schlechten Leistungen und einem asozialen Verhalten erreicht werden kann.

Es ist zweischneidiges Schwert: Zum einen würde eine einheitliche Schule die Integration von beispielsweise Immigranten erleichtern. Andererseits würde sie eine Gesellschaft formen, die nur ein Mittelmaß kennt...

Doch was ich mich immer wieder frage ist, ob die Schulminister und die ganzen anderen Politiker eigentlich auch mal Schüler in ihre Überlegungen gegen ein dreigliedriges Schulsystem miteinbeziehen oder ob die Zukunft Deutschlands in den Händen von einer Gruppe 50-Jähriger und deren verstaubter Erinnerung an ihre Schulzeit liegt...

4.6.07 15:20, kommentieren

Nicht therapierbar? Doch!

Meine Therapie ist beendet. Nach mittlerweile fast 2 Jahren gelte ich als geheilt... Was allerdings nur zum Teil stimmt. Na ja, die Depressionen habe ich wohl wirklich überwunden und mein SVV ebenfalls, wobei es sich eigentlich nur verlagert hat. Früher ritzte ich mich, heute kotze ich. Ob das nun eine Verbesserung ist?

... Gute Frage...

Für mich ist es das - irgendwie, oder doch nicht? Aber kann man überhaupt das eine mit dem anderen vergleichen oder die verschiedenen Methoden der Selbstzerstörung rangordnen? Vielleicht schon. Vielleicht ist es in der heutigen Zeit, in dieser konsumgeprägten Gesellschaft, die immerzu nach Perfektion strebt, besser essgestört zu sein als an autoaggressivem Verhalten zu leiden. Gehören Essstörungen nicht fast schon zum Alltag dazu? So wie die "Bild" und die täglichen Talkshows, die Billigarbeiter in der 2. oder 3. Welt und das Streben nach Erfolg, Perfektion, Geld egal wie hoch der Preis ist? Gehören Essstörungen nicht ganz einfach zu dieser Gesellschaft, die soviel Luxusgüter besitzt, dass die Reichsten sich tot fressen und trotzdem noch immer ein nicht zu verachtender Teil der Weltbevölkerung durch Hungernöte stirbt? Ist es nicht vielleicht sogar die einzig mögliche Form der Rebellion gegen die Diktatur des Gewinnstrebens und die Monarchie des Konsums, die uns irgendwann zugrunde richten wird? 

22.5.07 21:34, kommentieren

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?

Mir wurde heute mal wieder sehr eindrucksvoll von meinen Eltern gezeigt, dass wir nur noch nebeneinanderher, aber nicht mehr miteinander in diesem Haus leben. Man stelle sich das etwa so vor: 3 Menschen sitzen am Esstisch, es herrscht bedrückend laute Schweigsamkeit und je länger wir so da sitzen, desto trauriger wird diese Szene.

Aber was erwarte ich auch? Zu meinem Vater habe ich absolut keine Beziehung mehr. Das einzige, was ich für ihn empfinden kann ist Hass, Abscheu, Ekel, Wut - und Mitleid. Und er? Er scheint mit mir komplett überfordert zu sein. Richtig so! Denn genaus das entspricht der Wahrheit.

Natürlich bin ich nicht die erste, die gegen seine häusliche Diktatur zu rebellieren beginnt. Aber anscheinend ist meine Methode die beste. Und weil wir beide wissen, dass ich ihn niemals stürzen kann, aber ebenso wenig meine Meinung über ihn und gewisse andere Dinge ändern werde, schweigen wir uns immer wieder demonstrativ an, um die Verachtung, die wir für den jeweils anderen empfinden kundzutun.

 

20.5.07 19:43, kommentieren

Kein Plan von irgendwas oder nicht??

Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich schreiben soll. Ich könnte darüber schreiben, dass ich mich jetzt schon darüber ärgere so einen langen Namen für meinen Blog gewählt zu haben. Oder darüber, dass es 1:59 Uhr nachts ist und ich morgen um 11 aufstehen muss. Oder darüber, dass ich den ganzen Samstagabend alleine und gelangweilt zuhause verbracht habe. Oder ich schreibe darüber, dass ich mich heute zum ca. zehnten Mal die Woche übergeben habe - absichtlich.

Aber eigentlich, eigentlich habe ich keine Lust über irgendetwas davon zu schreiben. Weil mir nichts davon allzu erwähnenswert erscheint - Alltag eben - was soll man dazu schon sagen?!

Worüber also schreibe ich? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Eigentlich ist dieser Eintrag ja sowieso nur der jämmerliche Versuch die verbleibende Zeit dieser unendlich langweiligen und einsamen Nacht sinnvoll zu verbringen - oder sie zumindest zu irgendwas zu nutzen...

Soviel dazu!

Was lernt man jetzt daraus? Nichts? Genau. Das war ja auch meine Absicht..

(Je später am Abend desto sinnloser die Einträge...)

 

 

20.5.07 02:08, kommentieren