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Kein Plan von irgendwas oder nicht??

Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich schreiben soll. Ich könnte darüber schreiben, dass ich mich jetzt schon darüber ärgere so einen langen Namen für meinen Blog gewählt zu haben. Oder darüber, dass es 1:59 Uhr nachts ist und ich morgen um 11 aufstehen muss. Oder darüber, dass ich den ganzen Samstagabend alleine und gelangweilt zuhause verbracht habe. Oder ich schreibe darüber, dass ich mich heute zum ca. zehnten Mal die Woche übergeben habe - absichtlich.

Aber eigentlich, eigentlich habe ich keine Lust über irgendetwas davon zu schreiben. Weil mir nichts davon allzu erwähnenswert erscheint - Alltag eben - was soll man dazu schon sagen?!

Worüber also schreibe ich? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Eigentlich ist dieser Eintrag ja sowieso nur der jämmerliche Versuch die verbleibende Zeit dieser unendlich langweiligen und einsamen Nacht sinnvoll zu verbringen - oder sie zumindest zu irgendwas zu nutzen...

Soviel dazu!

Was lernt man jetzt daraus? Nichts? Genau. Das war ja auch meine Absicht..

(Je später am Abend desto sinnloser die Einträge...)

 

 

20.5.07 02:08, kommentieren

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?

Mir wurde heute mal wieder sehr eindrucksvoll von meinen Eltern gezeigt, dass wir nur noch nebeneinanderher, aber nicht mehr miteinander in diesem Haus leben. Man stelle sich das etwa so vor: 3 Menschen sitzen am Esstisch, es herrscht bedrückend laute Schweigsamkeit und je länger wir so da sitzen, desto trauriger wird diese Szene.

Aber was erwarte ich auch? Zu meinem Vater habe ich absolut keine Beziehung mehr. Das einzige, was ich für ihn empfinden kann ist Hass, Abscheu, Ekel, Wut - und Mitleid. Und er? Er scheint mit mir komplett überfordert zu sein. Richtig so! Denn genaus das entspricht der Wahrheit.

Natürlich bin ich nicht die erste, die gegen seine häusliche Diktatur zu rebellieren beginnt. Aber anscheinend ist meine Methode die beste. Und weil wir beide wissen, dass ich ihn niemals stürzen kann, aber ebenso wenig meine Meinung über ihn und gewisse andere Dinge ändern werde, schweigen wir uns immer wieder demonstrativ an, um die Verachtung, die wir für den jeweils anderen empfinden kundzutun.

 

20.5.07 19:43, kommentieren

Nicht therapierbar? Doch!

Meine Therapie ist beendet. Nach mittlerweile fast 2 Jahren gelte ich als geheilt... Was allerdings nur zum Teil stimmt. Na ja, die Depressionen habe ich wohl wirklich überwunden und mein SVV ebenfalls, wobei es sich eigentlich nur verlagert hat. Früher ritzte ich mich, heute kotze ich. Ob das nun eine Verbesserung ist?

... Gute Frage...

Für mich ist es das - irgendwie, oder doch nicht? Aber kann man überhaupt das eine mit dem anderen vergleichen oder die verschiedenen Methoden der Selbstzerstörung rangordnen? Vielleicht schon. Vielleicht ist es in der heutigen Zeit, in dieser konsumgeprägten Gesellschaft, die immerzu nach Perfektion strebt, besser essgestört zu sein als an autoaggressivem Verhalten zu leiden. Gehören Essstörungen nicht fast schon zum Alltag dazu? So wie die "Bild" und die täglichen Talkshows, die Billigarbeiter in der 2. oder 3. Welt und das Streben nach Erfolg, Perfektion, Geld egal wie hoch der Preis ist? Gehören Essstörungen nicht ganz einfach zu dieser Gesellschaft, die soviel Luxusgüter besitzt, dass die Reichsten sich tot fressen und trotzdem noch immer ein nicht zu verachtender Teil der Weltbevölkerung durch Hungernöte stirbt? Ist es nicht vielleicht sogar die einzig mögliche Form der Rebellion gegen die Diktatur des Gewinnstrebens und die Monarchie des Konsums, die uns irgendwann zugrunde richten wird? 

22.5.07 21:34, kommentieren