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Lebensmüde?

Kleine Tagesbilanz:

2 Coffeinum

3 Dulcolax

1x Erbrechen

10 Schnitte

1000 Tränen

 

Es könnte doch langsam mal alles aufhören. Seit 3 Jahren geht es mir schlecht. Und wirklich besser wird nichts. Weil ich die Kontrolle nicht abgeben kann. Weil ich zwar weiß, dass ein stationärer Aufenthalt vermutlich das beste wäre, mich aber nie dazu entscheiden könnte, weil ich keine Schwäche zeigen kann...

 

 

8.7.07 21:26, kommentieren

Todessehnsucht...

Ich sehne mich nach dem Tod.

Doch ich weiß nicht warum. Nicht direkt.

Es ist anders als früher. Ich habe nicht das Gefühl, dass mich mein Leiden so fest im Griff hat. Ich weine nicht beim Gedanken daran, dass ich so vieles dann nicht mehr erleben würde. Ich habe nicht diese Angst - diese Panik - die großer zu sein scheint als meine sterbliche Hülle und mich zu zerreißen droht.

Es ist seltsam.

Aber vor allem habe ich nicht das Gefühl etwas unrechtes zu wünschen. Irgendwie glaubte ich lange Zeit daran, dass man mir nach meinem Suizid Schwäche unterstellen würde, Egoismus vielleicht und Feigheit.

Obwohl ich eigentlich immer schon der Meinung war, dass ein Suizid niemals aus so niederen Beweggründen verübt wird. Wahrscheinlich ist es einfach für die Überlebenden den Fehler beim Suizidanten und nicht bei sich selbst zu suchen.

Wer sagt denn, dass ein Freitod Sünde ist? Oder feige? Vielleicht ist es einfach das Resultat gründlicher Abwägung von Vor- und Nachteilen. Oder die Einsicht, dass dieses Leben - auch wenn es so vielleicht einzigartig ist - nicht mehr lebenswert ist.

Ich will nicht falsch verstanden werden. Dies soll keine Suizidankündigung oder Motivation darstellen. Sondern einfach mal eine gedankliche Diskussion über ein Tabuthema, dass von aller Welt verteufelt wird, obwohl eigentlich niemand etwas darüber sagen kann. Schließlich kann keiner sagen, was nach dem Tod geschieht.

Aber was mich seit langem aufregt ist die Aussage Suizid sei feige. Wie kann man soetwas furchtbares überhaupt nur denken? Wieso sollte es feige sein sich nicht mit seinem Leben zufrieden zu geben und etwas zu ändern? Wie kann es feige sein in den unbekannte Tod überzugehen anstatt ein Leben zu führen, so wie jeder andere auch und das zu erleben, worüber schon Millionen von Menschen berichtet haben?

Natürlich, man setz sich nicht mit seinen irdischen Problemen auseinander. Versucht nicht sie zu lösen. Oder etwa doch?

Und wer hat überhaupt das Recht jemandem zu unterstellen er sei schwach? Wer hat das Recht mir soetwas zu unterstellen? Wer hat genau das durchgemacht, was ich seit Jahren durchmache. Niemand! Niemand kann wissen wie ich mich fühle, auch wenn das eine oder andere gleich war.

Das menschliche Leben ist zu komplex als das man es so einfach erklären könnte. Wer sagt denn, dass es nur eine Form von Happy End gibt?

Natürlich kann man mir helfen. Aber die Frage ist, ob ich das will. Und, ob Hilfe überhaupt etwas ist, was wir brauchen.

Alles hat gute und schlechte Seiten, darum ist das Leben ja auch so ein großes Paradoxon. Nichts ist nur gut oder schlecht. Alles was existiert ist zunächst einmal einfach da, und eine Meinung dazu bilden kann sich eigentlich niemand. Weil ein Zusammenhang zum Rest besteht.

Aber der Mensch macht es sich einfach: alles ist gut oder schlecht. Das eine Welt ohne Krankheiten vermutlich schlimmer ist als die eine oder andere Epidemie, darüber spricht man nicht. Das der Tod vielleicht nicht das schlimmste Schicksal ist, daran denkt niemand. Er ist lediglich das Unbekannteste. Aber der Mensch fürchtet seit jeher das Unbekannte.

Daher bleiben wir alle viel lieber in unserem winzigkleinen Mikrokosmos, in dem wir auf die Politiker schimpfen, das Fernsehen für unsere Probleme verantwortlich machen, Klimakatastrophen heraufbeschwören und den Tod mehr als alles andere fürchten...

 

10.7.07 03:43, kommentieren

Irgendwie leer...

Keine Ahnung was mit mir gerade los ist. Die letzten drei Nächte hab ich durchgemacht und erst dann geschlafen, als es draußen wieder hell wurde, weil ich so Panik vor der Dunkelheit hatte. Und ich fühle mich kraftlos und leer und einsam, aber ich kann mich nicht aufraffen was zu unternehmen, weil mir alles so sinnfrei erscheint. Ich fühle mich hässlich, dumm und überflüssig. Und hab so ein inneres Verlangen nach Extremen in mir. Ich will schreien, tanzen, rennen, mich schlagen, ritzen, betäuben, auspowern und weinen. Aber nichts geht. Alles ist taub und leer.

20.7.07 23:08, kommentieren