Nicht therapierbar? Doch!

Meine Therapie ist beendet. Nach mittlerweile fast 2 Jahren gelte ich als geheilt... Was allerdings nur zum Teil stimmt. Na ja, die Depressionen habe ich wohl wirklich überwunden und mein SVV ebenfalls, wobei es sich eigentlich nur verlagert hat. Früher ritzte ich mich, heute kotze ich. Ob das nun eine Verbesserung ist?

... Gute Frage...

Für mich ist es das - irgendwie, oder doch nicht? Aber kann man überhaupt das eine mit dem anderen vergleichen oder die verschiedenen Methoden der Selbstzerstörung rangordnen? Vielleicht schon. Vielleicht ist es in der heutigen Zeit, in dieser konsumgeprägten Gesellschaft, die immerzu nach Perfektion strebt, besser essgestört zu sein als an autoaggressivem Verhalten zu leiden. Gehören Essstörungen nicht fast schon zum Alltag dazu? So wie die "Bild" und die täglichen Talkshows, die Billigarbeiter in der 2. oder 3. Welt und das Streben nach Erfolg, Perfektion, Geld egal wie hoch der Preis ist? Gehören Essstörungen nicht ganz einfach zu dieser Gesellschaft, die soviel Luxusgüter besitzt, dass die Reichsten sich tot fressen und trotzdem noch immer ein nicht zu verachtender Teil der Weltbevölkerung durch Hungernöte stirbt? Ist es nicht vielleicht sogar die einzig mögliche Form der Rebellion gegen die Diktatur des Gewinnstrebens und die Monarchie des Konsums, die uns irgendwann zugrunde richten wird? 

22.5.07 21:34

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